Wir waren Ende Januar mit drei Auszubildenden auf der IPM ESSEN, der internationalen Leitmesse des Gartenbaus. Gemeinsam mit Angelique, Paul und Lea haben wir dort eine Branche erlebt, die sich hier einmal im Jahr bunt, vielfältig und innovativ zeigt. 1.400 Aussteller aus der ganzen Welt lockten schließlich rund 40.000 Fachbesucher an. Und wir – mittendrin.
Auffallend: Mitten im Winter fühlt sich die IPM wie Sommer an. Alles blüht. Frühlings- und Sommerpflanzen stehen in voller Pracht. „Die sind natürlich so gezüchtet, dass sie genau zum Messezeitpunkt ihre Wirkung entfalten. Für unsere Azubis ist das ein Erlebnis, das man weder in der Berufsschule noch auf der Baustelle bekommt,“ sagt Dirk Blanik. Pflanzen werden hier nicht nur gezeigt, sondern inszeniert – als Produkt, als Idee, als Lösung.
In diesem Jahr haben es uns vor allem die Christrosen angetan. Es gibt Aussteller, die sich nur mit dieser Pflanze beschäftigen. Erst dort wird sichtbar, wie groß die Sortenvielfalt tatsächlich ist: Christrosen sind nicht nur weiß, es gibt sie in unendlich vielen Farben und Formen. Und: Christrosen beginnen oft schon im November zu blühen und halten bis in den Mai. Ein spannendes Thema auch für den Garten- und Landschaftsbau, wenn es um nachhaltige Pflanzkonzepte geht. Oder, wie wir es vor Ort formuliert haben: „Man hat lange etwas davon.“
Neben der Pflanzenvielfalt ging es auch um neue Züchtungen, klimaangepasste Sortimente und aktuelle Entwicklungen im Gartenbau. Für unsere Auszubildenden war das die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu erkennen und die eigene Ausbildung in einen größeren Kontext einzuordnen. Lernen funktioniert hier ganz nebenbei – im Gespräch, beim Vergleichen, beim Staunen.
Solche Fahrten sind für uns kein Ausnahmefall. Neben der IPM fahren wir regelmäßig auch zur GaLaBau Nürnberg. Dort trifft sich der Garten- und Landschaftsbau, fachlich ebenso wie menschlich. Messe, Austausch und ein gemeinsamer Abend in Nürnberg gehören für uns zusammen. Das macht auch einfach Spaß, formt unser Team und sorgt – nicht zuletzt – für mehr Fachwissen.
Genau darum geht es uns: Ausbildung soll mehr sein als Pflichtprogramm. Wer über den Tellerrand schaut nimmt neue Ideen mit und kommt mit einem anderen Blick zurück in den Betrieb.
Foto: Armin Huber/MESSE ESSEN